Umwelttipp: Onlineshopping
11.01.2024
Umwelttipp: Onlineshopping
Umweltfreundliches Onlineshopping?
Corona hat die Welt verändert: Viele Menschen in der Schweiz arbeiten seither anders. Wir kommunizieren anders, und wir kaufen anders ein. Das Onlineshopping boomt. Immer mehr Anbieter buhlen im Netz und mit Apps um Aufmerksamkeit. Aber wie steht es beim Kauf per Klick um die Klimabilanz?
Zu Hause einkaufen ist in erster Linie einfach bequem: keine Warteschlangen an der Kasse, keine Taschen schleppen, und auch der mühselige Gang von Laden zu Laden auf der Suche nach dem idealen Produkt entfällt. 2022 stellte die Post 194 Millionen Pakete zu. Nur ein Jahr davor, während Corona, waren es mit über 200 Millionen noch einmal mehr.
Das deutsche Umweltbundesamt hat die Klimabilanz des Onlinehandels untersucht. Berücksichtigt wurden unter anderem Strom- und Energieverbrauch, Verpackung, Transport vom Lager an die Bestelladresse und Wegfall der individuellen Anfahrt. Im Onlinehandel kommt es vor allem auf den Versandweg an. Beim Kauf im Laden hingegen spielen laut Umweltbundesamt zwei Faktoren eine entscheidende Rolle, der Energieverbrauch des Geschäfts und die Anfahrtswege der Kundinnen und Kunden. Fazit: Onlineshopping verursacht in den meisten Fällen weniger CO2-Äquivalente als der Kauf im Laden.
Aber, es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Berücksichtigt wurde nämlich nur der Transport vom Lager zu den Bestellenden. Kommt die Tasche jedoch aus Indien, die Smartwatch aus China oder das T-Shirt aus Bangladesch, kann die positive Ökobilanz von Onlinebestellungen sehr schnell ins Negative kippen.
Werden die gleichen Artikel im Laden angeboten, ändert sich natürlich wenig an deren Herkunft und Transportweg. Es ist der Faktor Zeit, der den Unterschied macht. Während der Kauf der drei Artikel im Netz kaum länger als zehn Minuten dauert, findet sich beim Warten an der Kasse oder durch das Wechseln zwischen zwei Läden etwas Zeit für Überlegungen zum eigenen Konsum. Die Umweltbelastung, die bereits bei der Herstellung der Produkte entstanden ist, war nämlich nicht Teil der Untersuchung.
Übrigens: Ebenfalls nicht in die Bilanz eingepreist sind Retouren, wenn der Artikel nicht gefällt, die Grösse nicht passt oder die Qualität nicht stimmt. Jeder Versand belastet die Umwelt weiter.