Umwelttipp:Gärtnern mit gutem Gewissen

28.04.2021

Wohl kaum je wurde ein Frühling derart sehnsüchtig erwartet wie der kommende. Nach diesem Winter macht das Gärtnern noch mehr Spass als sonst. Wer eine weisse Weste behalten will, während die Hände schmutzig werden, schaut auf die Herkunft der Sackerde: Steckt Torf drin?

Moore sind einzigartige Lebensräume mit einer hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenwelt und damit auch Heimat vieler gefährdeten Arten. Drei Prozent der weltweiten Landfläche besteht aus Mooren. Was ebenfalls wichtig ist zu wissen: Der Torf am Grund dieser Feuchtgebiete speichert Kohlendioxid aus der Atmosphäre – und zwar mehr als alle Wälder der Welt zusammen. Werden Moore trockengelegt, damit wir Menschen an den Torf kommen, gehen also zum einen wertvolle und seltene Lebensräume verloren, und zum andern gelangt das im Torf gespeicherte CO2 früher oder später zurück in die Atmosphäre. Eigentlich Grund genug, vollständig auf den Abbau zu verzichten.
Tatsächlich ist der Abbau in der Schweiz seit 1987 verboten – nicht aber die Einfuhr. Auch wenn die Detailhändler den Torfanteil in ihren Erden in den letzten Jahren stark reduziert haben und der Gartenbau ebenfalls vermehrt auf torffreie Erden setzt, gelangen jährlich immer noch bis zu 524‘000 Kubikmeter Torf in die Schweiz, hauptsächlich aus Nordeuropa. Im Garten oder im Topf auf dem Balkon wird der Stoff aus dem Moor dann zum schleichenden Klimakiller: Er zersetzt sich und gibt das gespeicherte Kohlendioxid in die Atmosphäre ab. Das muss nicht sein. Viele Erdmischungen sind inzwischen komplett frei von Torf und enthalten stattdessen Kompost oder Holzfasern. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf die Inhaltsangaben des Erdsacks: Steht dort «torffrei», können Sie mit gutem Gewissen zugreifen.

Fachkommission Umwelt und Landschaft

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