Umwelttipp: Kurze Wege und freundliche Bauern
29.07.2020
Die Corona-Pandemie hat viel Schaden angerichtet. Doch es gibt auch gute Nachrichten. So haben Klima und Umwelt profitiert, weil der Verkehr fast überall massiv zurückgegangen ist. Aber auch die Bauern mit Hofläden waren positiv überrascht.
Im Gegensatz zu Spanien, Frankreich oder Italien durften Herr und Frau Schweizer zwar noch aus dem Haus. Aber das Virus hat den individuellen Bewegungsradius auch in unserem Land stark eingeschränkt. Wer vorher seine direkte Umgebung nicht kannte, der kennt sie jetzt wie seine Westentasche. Manch einer stolperte auf seinem Spaziergang durch die Natur früher oder später über einen der zahlreichen Schweizer Hofläden. Und war dabei nicht allein. Fast alle Bauernbetriebe, die ihre Produkte – oft auch in Bio-Qualität – auch über einen eigenen Hofladen verkaufen, berichten von einer erfreulichen Umsatzsteigerung. Zwar fiel der Verkauf am Wochenmarkt, der für viele regionale Produzenten eine wichtige Absatzquelle darstellt, ins Wasser. Aber neben der Stammkundschaft fanden zunehmend neue Kunden den Weg zum eigenen Hofladen. Und manch einer machte beim Besuch eine ganz neue Erfahrung. Nichts stärkt Vertrauen in Lebensmittel mehr als das direkte Gespräch mit dem Produzenten – auch mit zwei Metern Abstand. Wer weiss, wer seine Rüebli oder seine Spargeln gepflanzt, gepflegt und geerntet hat, weiss auch, was er isst.
Inzwischen muss man zwar für das Gemüse zum Beispiel beim Grossverteiler nicht mehr anstehen. Wer aber regionale Qualität einmal zu geniessen gelernt hat, weiss jetzt, wo er das beste Gemüse findet.
Wer auf diesem Weg auf regionale und saisonale Lebensmittel setzt, unterstützt auch die Umwelt, weil Transporte und Verpackung wegfallen. In diesem Sinn hinterlässt Corona auch einen umweltfreundlichen Nebeneffekt: lokale Wertschätzung für lokale Wertschöpfung.
Besuchen Sie doch auch eines der tollen Hoflädeli hier in Therwil.
Übrigens: Auch viele kleine Quartierläden zählten während des Lockdowns viel mehr Kundinnen und Kunden. Oft beziehen auch sie viele Lebensmittel von Produzenten aus der Region.
Fachkommission Umwelt und Landschaft
